Anmeldeschluss Mitgliedsanträge Fasnet 2027: 11.11.2026kassierer@oha-altshausen.de

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Häs & Masken

Die Figuren der Narrenzunft

Die Narrenzunft Altshausen hat vier Maskengruppen – Schindele, Hexen, Hopfenweible und Büttel – sowie die Einzelmaske Lätsch Vere. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte und ein genau festgelegtes Häs.

Schindele im grün-rot-braunen Plätzchen-Häs mit Holzmaske

Maskengruppe

Das Altshauser Schindele

Das Schindele ist der fröhliche Frühlingsgeist der Altshauser Fasnet: Mit Rätsche oder Saubloder (Schweinsblase) vertreibt es die bösen Wintergeister. Seinen Namen hat es von den schindelartigen Plätzchen am Häs.

Woher kommt das Schindele?

Altshausen ist von großen Waldgebieten umgeben, Sägereien, Korb- und Schindelmachereien prägten den Ort. Zur Fasnet nahm man früher, was die Natur bot: Stroh, Tannenzweige, Flechten oder Schindeln. Genau daran erinnert das Schindele. Schindeln waren neben Stroh und Rohr das wichtigste Material zur Dachdeckung.

Wie sieht das Häs aus?

Die Farben stehen für den Wald: Tannengrün, holzfarbenes Braun und ein Waldbeeren-Rot. Das Schindele trägt ein Geschell und als einziges Plätzleshäs der weiteren Umgebung eine Holzmaske, mit großer, rötlicher Nase und lachendem Mund. Dazu gehören dunkle Schuhe und schwarze Handschuhe.
  • Erstmals 1952
  • Heutige Farben seit 1977
  • Holzmaske
Hexe mit gelbem Kopftuch, grüner Schürze und Besen

Maskengruppe

Die Altshauser Hexe

Die Altshauser Hexe ist bewusst farbenfroh statt düster: rotes Wams, grüne Schürze, schwarzer Rock und ein gelbes, handbemaltes Kopftuch. Mit dieser Farbwahl setzt die Zunft seit den 1950er-Jahren ein Zeichen für eine saubere, freundliche Fasnet, die den Frühling einläutet.

Woher kommt die Hexe?

Die Figur ist viel älter als die Hexenprozesse des Mittelalters. Schon die Germanen kannten die „hagazussa“, das Hag- oder Waldweib. In der schwäbisch-alemannischen Fasnet verkörpert die Hexe das unheimliche Wesen des Winters und will die dunklen Wintergeister das Fürchten lehren. Die Altshauser Hexenmaske zeigt ein zwiegespaltenes Gesicht mit einer höhnisch lachenden Hälfte.

Was gehört zum Häs?

Zum Häs gehören außerdem eine weiße Spitzenunterhose, rote Strümpfe, Strohschuhe, schwarze Fingerhandschuhe und ein brusthoher Reisigbesen. Die Strohschuhe sind für Hexen seit der Fasnet 2017 Pflicht. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen keine Hexenmaske tragen. Masken gibt es ausschließlich über die Zunft.
  • Original-Holzmaske
  • Strohschuhe Pflicht
  • Besen brusthoch
Der Hexenzirkel bildet eine Pyramide vor dem Altshausener Schloss

Untergruppe der Hexen

Der Hexenzirkel

Der Hexenzirkel ist die sportliche, akrobatische Untergruppe der Altshauser Hexen. Er sorgt bei Umzügen und Bällen mit Fünfer- und Sechser-Hexenpyramiden und der traditionellen Hexengeburt für staunende Gesichter.

Wer kann in den Hexenzirkel?

Die Gruppe ist auf maximal 30 junge Frauen und Männer begrenzt. Voraussetzung sind eine aktive Mitgliedschaft in der Narrenzunft seit mindestens zwei Jahren und die Volljährigkeit. Einen schriftlichen Antrag kann jede Hexe einreichen, die diese Punkte erfüllt.

Was wird erwartet?

Wer mitmacht, verpflichtet sich zur Anwesenheit bei allen Umzügen, Auftritten und Vereinsveranstaltungen sowie zu einem respektvollen, zuverlässigen Auftreten im Häs. Die Pyramiden erfordern Fitness und blindes Vertrauen im Team. Interesse? Schreib an hexenzirkel@oha-altshausen.de.
  • Max. 30 Mitglieder
  • Ab 18 Jahren
  • Pyramiden & Hexengeburt
Lätsch Vere im Bratenrock mit Koffer und Spazierstock

Einzelmaske

Der Lätsch Vere

Der Lätsch Vere ist die Einzelmaske der Narrenzunft Altshausen. Sein Vorbild war ein Altshauser Original, das um die Jahrhundertwende im Ort lebte. „Vere“ kommt vom Vornamen Xaver, „Lätsch“ ist das schwäbische Wort für Mund – gemeint ist sein auffallend schräger Mund.

Wer war das Vorbild?

Der echte Vere schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch: als Hochzeitslader, als Leichensager, als Sammler von Ackersalat, als Drehorgelspieler und Karusselltreiber. Weil er seine Nase in alles steckte und bei jeder Neuigkeit vorne dabei war, wurde er zum wandelnden Dorfblatt von Altshausen.

Wie sieht sein Häs aus?

Der Lätsch Vere trägt einen abgetragenen oberschwäbischen Bratenrock, altes Schuhwerk, einen nach hinten gerückten Hut mit Hasenpelz und eine weiße Chrysantheme im Knopfloch, die an den Hochzeitslader erinnert. Dazu kommen Spazierstock und Koffer. Im Koffer steckt traditionell eine Flasche Schnaps, die die Zunfträte an kalten Aufstellungsplätzen aufwärmt. Als Einzelmaske hat er eine besondere Pflicht: Er läuft bei ausnahmslos allen Umzügen mit, an denen die Zunft teilnimmt.
  • Einzelholzmaske
  • Pflicht: alle Umzüge
Hopfenweible mit Korb und rotem Kopftuch

Maskengruppe

Das Altshauser Hopfenweible

Das Hopfenweible erinnert an den Hopfenanbau in Altshausen. Sein Häs ist keine Kunstfigur, sondern der Kleidung nachempfunden, in der Frauen um die Jahrhundertwende zur Erntezeit in die Hopfengärten gingen.

Warum ein Hopfenweible?

Altshausen ist das älteste Hopfenanbaugebiet Oberschwabens. König Wilhelm I. von Württemberg ließ 1821 den Hopfenanbau beginnen, 1884 waren es in Altshausen-Eichstegen 353 Hektar. Erst 1977 gab der letzte Hopfenanbauer auf. Die historische Hopfendarre erinnert bis heute daran.

Was gehört zum Häs?

Weinroter Rock, karierte Bluse, Ärmelstulpen und Schürze, dazu ein großer Strohhut, der mit einem Tuch über den Kopf gebunden wird. Die Maske zeigt das faltige Gesicht einer freundlichen alten Frau, bei der echter Hopfen unter dem Strohhut hervorschaut. Im Weidenkorb hat das Hopfenweible heute Gutsle, Lutscher und andere Überraschungen für Kinder und Erwachsene dabei.

Was ist das Hopfenbuch?

Wie früher im Hopfengarten erzählt das Hopfenweible Neuigkeiten des Jahres, zeitweise mit einem „Hopfenbuch“ voller bunter Bilder. Das erste Hopfenweible war Fritz Maier, die Zeichnungen stammen von Georg Birk. Häsbeschreibung Hopfenweible als PDF (Stand 2016)
  • Hopfenanbau seit 1821
  • Korb mit Überraschungen
Die Narrenbüttel der Narrenzunft Altshausen in Uniform vor dem Zunftheim

Maskengruppe

Die Narrenbüttel und der Oberbüttel

Die Büttel kündigen die Narren mit ihren Schellen an und sind die Ordnungshüter der Zunft. Wenn die Maskengruppen durch die Straßen ziehen, sorgen sie für den richtigen Ablauf, Respekt verschafft sich der Büttel mit seinem Säbel. Büttel werden seit dem 28. April 2006 als eigene Maskengruppe geführt.

Wie sieht ein Büttel aus?

Schwarze Lederstiefel, weiße Hose, blaue Uniformjacke mit gelben Manschetten und Knöpfen sowie gelb-roten Schulterklappen, weißer Ledergürtel, weiße Handschuhe und eine blaue Schildmütze mit rotem Band. Jacke, Kappe, Koppel und Schelle sind Eigentum der Narrenzunft.

Was machen die Büttel am Gumpigen Donnerstag?

Um 8:00 Uhr versammeln sie sich mit Zunftrat und Masken zu den Inhaftierungskommandos und schwärmen im Ort aus. Um 10:40 Uhr geht der Oberbüttel mit einem großen Haftkommando in die Schulen: Die Lehrer werden verhaftet, die Schüler befreit. Danach wird der Bürgermeister am Rathaus vom Oberbüttel und einigen Hexen in Gewahrsam genommen und für die Fasnetszeit abgesetzt. Auf der Rathaustreppe übergibt er den Rathausschlüssel symbolisch an die Narren und wirft den Kindern im Hof Orangen, Mandarinen und Bonbons zu, unterstützt von den Hopfenweible. Mehr zum Brauch steht auf der Seite Inhaftierung.
  • Schellen & Säbel
  • Gumpiger Donnerstag
Zunftrat (links) und Zunfträtin (rechts) im Häs

Zunfthäs

Der Zunftrat

Das Häs des Zunftrats ist der alten Sonntagstracht der Bauern nachempfunden, wie sie zu festlichen und besonderen Anlässen getragen wurde. Es spiegelt die bäuerliche Tradition und die Verbundenheit mit dem überlieferten Brauchtum wider.

Was gehört zum Häs?

Zum Häs gehören schwarze Lederschuhe, eine grüne Hose, ein weißes Hemd und eine hellbeige Weste. Darüber werden ein schwarzer Frack und ein schwarzer Hut getragen. Weiße Handschuhe und eine grüne Schleife als Krawattenersatz vervollständigen die traditionelle Kleidung.

Welche Verzierungen hat das Häs?

Die Verzierungen sind in den Farben des Schindeles gehalten. Kleine, schindelartige Plätzle schmücken das Hutband, die Ärmelaufschläge und den Kragen. Sie geben dem Häs sein charakteristisches Aussehen und stellen die Verbindung zur eigenen Narrenfigur her. In seiner schlichten und zugleich würdevollen Erscheinung bewahrt das Häs des Zunftrats ein Stück örtlicher Geschichte und gelebter Fasnetstradition.
  • Alte Bauern-Sonntagstracht
  • Plätzle in Schindele-Farben
  • Frack & Hut
Zunftrat (links) und Zunfträtin (rechts) im Häs

Zunfthäs

Die Zunfträtin

Im Jahr 1993 wurden die ersten Frauen in den Zunftrat gewählt. Mit ihnen erhielt die traditionelle Zunftkleidung eine weibliche Ausführung, die sich in ihrer Gestaltung an die überlieferte Tracht anlehnt.

Was gehört zum Häs?

Das Häs der Zunfträtinnen besteht aus schwarzen Stiefeln, einem langen grünen Rock, einer weinroten Weste und einer weißen Bluse. Darüber wird eine schwarze, taillenkurze Jacke mit weinroten Knöpfen getragen. Den Kopf bedeckt ein schwarzer Hut.

Welche Verzierungen hat das Häs?

Der Kragen, die Ärmelaufschläge und das Hutband sind, wie beim Häs der männlichen Zunfträte, mit kleinen, schindelartigen Plätzle in den Farben des Schindeles verziert. Weinrote Handschuhe und ein roter Stoffbeutel vervollständigen die Tracht. In ihrer überlieferten Form verbindet das Häs der Zunfträtinnen die traditionellen Farben und Verzierungen des Schindeles mit der weiblichen Tracht und bewahrt so die Verbundenheit mit dem örtlichen Fasnetsbrauchtum.
  • Seit 1993
  • Weinrote Weste
  • Roter Stoffbeutel

Häufige Fragen

Kurz erklärt.

Wie viele Figuren hat die Narrenzunft Altshausen?
Es gibt vier Maskengruppen – Schindele, Hexen, Hopfenweible und Büttel – und die Einzelmaske Lätsch Vere. Zur Hexengruppe gehört der Hexenzirkel.
Wie bekomme ich eine Maske?
Masken, Strohschuhe, Hexensocken, Handschuhe, Hexenbesen, das Hopfenweible-Kopftuch und die Strohschute gibt es bei der Narrenzunft, und zwar bei der Häsabnahme. Dazu muss man Mitglied sein, mehr dazu unter Mitglied werden.
Darf jeder Originalmasken tragen?
Nein. Träger von Originalmasken müssen grundsätzlich Mitglied der Zunft sein. Das Häs muss dem Originalhäs entsprechen und von der Zunft abgenommen sein.